Die 7 häufigsten Fehler bei der Erstellung von Presseverteilern (und wie Sie sie vermeiden)

Wer Journalisten mit irrelevanten Nachrichten überflutet, landet schneller im Spam-Ordner als in den Medien. Ein sauber aufgebauter Presseverteiler ist das Fundament jeder erfolgreichen PR-Arbeit. Dennoch unterlaufen Unternehmen beim Aufbau und der Pflege ihrer PR-Verteiler immer wieder dieselben typischen Fehler.

Wenn Sie einen Presseverteiler erstellen, entscheiden minimale Details darüber, ob Ihre Pressemitteilung gedruckt oder gelöscht wird. Hier sind die sieben häufigsten Fallstricke bei der Erstellung von Pressekontakt-Listen – und wie Sie diese gezielt umgehen.

1. Masse statt Klasse: Der Gießkannen-Ansatz

Der größte Fehler beim Presseverteiler Kaufen oder Selbstbau ist das Anhäufen tausender anonymer Mail-Adressen. Eine Nachricht aus dem Maschinenbau an Modejournalisten führt zu hohen Abmeldungen und schadet Ihrer Reputation.

  • Die Lösung: Setzen Sie auf Qualität. Ein individueller PR-Verteiler mit 30 gut recherchierten Fachjournalisten erzielt höhere Veröffentlichungsquoten als 3.000 wahllose E-Mail-Kontakte.

2. Mangelnde Pflege und veraltete Journalistendaten

Die Medienbranche ist dynamisch: Redakteure wechseln Medienhäuser, ändern Zuständigkeiten oder gehen in Elternzeit. Ein Medienverteiler, der älter als 6-12 Monate ist, enthält ohne regelmäßige Datenhygiene zahlreiche Karteileichen.

  • Die Lösung: Etablieren Sie feste Routinen. Prüfen Sie Ihren Journalisten-Verteiler vor jedem Versand und entfernen Sie Bounces (unzustellbare E-Mails) sofort.

3. DSGVO-Verstöße beim Speichern von Pressekontakten

Das Speichern von Journalistendaten ohne Rechtsgrundlage oder der Versand über offene CC-Zeilen verstößt gegen den Datenschutz und kann teuer werden.

  • Die Lösung: Nutzen Sie DSGVO-konforme Systeme für Ihre Pressearbeit. Die Verarbeitung von Journalistendaten ist unter dem „berechtigten Interesse“ (Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO) zulässig, erfordert aber eine transparente Abmeldemöglichkeit (Opt-Out).

4. Anonyme Ansprache statt personalisiertem Pitch

Sammeladressen wie redaktion@zeitung.de oder Floskeln wie „Sehr geehrte Damen und Herren“ kennzeichnen Massenmails.

  • Die Lösung: Recherchieren Sie den namentlichen Ansprechpartner im jeweiligen Ressort. Ein persönlicher Pitch im Presseverteiler erhöht die Öffnungsrate drastisch.

5. Fehlende Kategorisierung im PR-Verteiler

Ein unstrukturierter Presseverteiler ohne Filteroptionen nach Themen, Medienart (Print, Online, TV, Radio, Podcast) oder Region kostet bei jeder PR-Kampagne wertvolle Zeit.

  • Die Lösung: Nutzen Sie Tags und Kategorien, um für jedes Thema per Klick ein passgenaues Sub-Segment Ihrer Journalistendatenbank anzusprechen.

6. Pressemitteilungen werden überschätzt

Pressemitteilungen werden tagtäglich von Hunderten Unternehmen und Institutionen versandt. Ihre Wirkung ist oft minimal.

  • Die Lösung: Nutzen Sie Ihren Presseverteiler für das Vorschlagen exklusiver Fachbeiträge, die Sie mit einer (!) Redaktion vereinbaren.

7. Fehlendes Tracking und Beziehungsmanagement

Wer nach dem Pressemitteilungs-Versand nicht dokumentiert, welche Redaktionen Interesse gezeigt haben, verliert wertvolle Insights für künftige PR-Aktionen.

  • Die Lösung: Erfassen Sie Rückmeldungen, Belegexemplare und Veröffentlichungen direkt beim jeweiligen Kontakt in Ihrem System.

Über den Autor

Matthias Still (*1974) ist Inhaber der Agentur PUBLIC EFFECT. Die Agentur begleitet kleine und mittelständische Unternehmen in der Pressearbeit – und bietet auch einzelne PR-Bausteine (z. B. Presseverteiler, Fachbeiträge) an.