Themenplan in der PR-Arbeit: Die besten Medienthemen sind längst geplant

Kennen Sie das? Sie verschicken eine Pressemitteilung an fünfzig Redaktionen – und am Ende meldet sich niemand. Kein Grund zur Verzweiflung, sondern ein guter Grund, die Strategie zu wechseln. Der Schlüssel dazu heißt Themenplan. 📰

Vorsicht bei Pressemitteilungen, Vorfahrt für Fachbeiträge

Die klassische Pressemitteilung an einen großen Verteiler war lange das Standardwerkzeug der PR-Arbeit. Das Problem: Heute macht das fast jeder. Redaktionen ersticken förmlich in E-Mails, die alle irgendwie wichtig klingen. Ein Redakteur sichtet am Tag oft Dutzende Mitteilungen – veröffentlicht wird davon nur ein Bruchteil.

Wer auffallen will, braucht einen anderen Weg. Unsere Empfehlung: exklusive Fachbeiträge, die Sie ausschließlich einer einzigen Redaktion anbieten – passgenau abgestimmt auf deren Themenplan. Das klingt zunächst riskanter, ist es aber nicht. Im Gegenteil: Redaktionen freuen sich über exklusive Inhalte, weil sie sich damit von der Konkurrenz abheben können. Die Chance auf Veröffentlichung steigt dadurch spürbar. Und Sie müssen nicht mehr auf gut Glück streuen, sondern können gezielt arbeiten.

Was ist ein Themenplan – und warum ist er der Trick, den kaum jemand kennt?

Und jetzt zum eigentlichen Clou, dem Geheimtipp unter den PR-Profis: Die meisten Themen in der Fachpresse werden nicht spontan entschieden. Sie werden Monate im Voraus geplant. Fachzeitschriften erstellen dafür einen Themenplan (häufig auch Themenplanung oder redaktioneller Themenplan genannt), in dem genau festgelegt ist, welche Schwerpunkte in welcher Ausgabe behandelt werden – oft für ein ganzes Jahr im Voraus.

Wer sein Thema passgenau in den Themenplan einer Redaktion einfügt, statt gegen ihn anzukämpfen, erhöht die Erfolgschancen nach unserer Erfahrung um das Zehnfache (!). Das ist kein Zufall, sondern handfeste Logik: Redakteure suchen ohnehin nach passendem Material für die im Themenplan festgelegten Ausgaben. Sie liefern es ihnen einfach – zur richtigen Zeit, am richtigen Ort. 🎯

So arbeiten Sie konkret mit einem Themenplan

Der Weg dorthin lässt sich in vier Schritten zusammenfassen:

1. Die richtigen Redaktionen auswählen Suchen Sie sich die vier bis fünf wichtigsten Redaktionen für Ihre Branche heraus. Nicht mehr – Qualität schlägt Menge.

2. Den Themenplan recherchieren Recherchieren Sie den Themenplan dieser Redaktionen. Meist finden Sie ihn direkt auf der Homepage der Fachzeitschrift, oft unter „Mediadaten“.

3. Den passenden Schwerpunkt im Themenplan finden Schauen Sie, welcher Schwerpunkt im Themenplan am besten zu Ihrem Thema passt, und schlagen Sie genau diesen Beitrag vor.

4. Rechtzeitig anfragen Achten Sie auf ausreichend Vorlauf – mindestens zwei Monate vor Erscheinungstermin sollten Sie den Redakteur persönlich anschreiben. Eine kurze, freundliche E-Mail reicht völlig, Romane mag hier niemand lesen.

Klingt nach Arbeit? Ein wenig schon. Aber die Arbeit mit dem Themenplan ist überschaubarer Aufwand mit großer Wirkung – und deutlich befriedigender, als Wochen auf eine Antwort zu warten, die nie kommt. 😊

Unser Fazit: Der Themenplan ist Ihr mächtigstes PR-Werkzeug

Pressearbeit nach Gießkannenprinzip war gestern. Wer heute erfolgreich in Fachmedien erscheinen will, braucht weniger Masse und mehr Timing. Der Themenplan der Redaktion ist dabei Ihr wichtigstes Werkzeug – nutzen Sie ihn gezielt, statt an ihm vorbeizuarbeiten.

Über den Autor

Matthias Still (*1974) ist Inhaber der Agentur PUBLIC EFFECT. Die Agentur begleitet kleine und mittelständische Unternehmen in der Pressearbeit – und bietet auch einzelne PR-Bausteine (z. B. Presseverteiler, Fachbeiträge) an.